Karin

Der erste Patient

Heute möchte ich am Anfang beginnen. Aufgrund der aktuellen Weltpolitischen Geschehnisse, werde ich mich bemühen nicht zu viel Satire, Zynismus oder andere Stilnoten zu benutzen. Ich möchte ungerne mir Herrn Böhmermann in einem türkischen Gefängnis versauern. Perlen vor die Säue quasi. Ups…

Nun gut, here we go. Ich war ein sensibles Kind. Am Tag der Einschulung versteckte ich mich unter meinem Bett, denn eins war mir klar: Die Schultüte ist nur ein mieser Trick.

Nimm nie Süßigkeiten von Fremden an und hinterfrage genau, wenn Deine Eltern Dich in Haribo, Mika und Co aufwiegen wollen. Da steckt nie was Gutes dahinter. Mir war klar, Schule ist wie der Ku-Klux-Clan. LebenslangeMitgliedschaft garantiert. Einmal drin, nie wieder zurück. Meine Vermutung bestätigte sich rasch. Aber bereits da wurden die Eckpfeiler meiner Karriere gesetzt. Ich wurde überragend in Symptombeschreibung tödlicher Krankheiten. Ebola, Appendizitis, Malaria, TBC alles überlebte ich. Meistens sprang ich zur Mittagszeit Gevatter Tod wieder von der Schippe, wenn es arg langweilig wurde.

Der nächste Meilenstein, war die Kunst der Unterschrift. Eigentlich hätte mir spätestens da klar werden müssen, was meine Berufung ist. Ich übte die Unterschrift meiner Mutter bis zur Pefektion. Sie wurde immer krakeliger und unleserlicher. Einzig meine Deutschlehrerin konnte sie noch entziffern und fragte mich eines Tages, ob meine Mutter immer nur mit Ihrem Vornamen unterschreiben würde…MIST…und schon nahm ich den nächsten Level: Schuldzuweisung. Wichtig für einen Arzt ist die Schuldzuweisung. Der Kollege, der Chef, das Labor, die Schwester. Niemand taugt was, außer einem selbst. So behauptete ich einfach, dass meine Mutter nicht wüsste wie man eine Krankmeldung unterschreibt. Genialer Streich, würde ich behaupten.

Durch meine Fernsehbildung nun stark geprägt, brauchte ich langsam mal einen Patienten. Wir hatten eine Katze. An dieser Stelle muss ich das „hatten“ betonen. Diese trug von nun an OP Häubchen, die mir nette Krankenschwestern zusteckten, als ich wieder mal mit dem Tod in der Rettungsstelle rang. Gelegentlich bastelte ich aus alten Puppensachen Flügelhemdchen und der Puppenwagen war das Krankenbett. Mikesch erhielt 3 mal am Tag Süßstofftabletten und wurde mehrmals am Tag reanimiert. Ob es daran lag, dass es sich um nicht genehmigte Tierversuche handelte oder dass ihm die Kleidung nicht zusagte.. ich weiss es nicht. Jedenfalls lief er weg. Mein erster Patient wurde also nach bestem Wissen und Gewissen behandelt und dennoch war er unzufrieden und lief weg. Dies wird sich als roter Faden durch meine weitere Karriere ziehen. Aber dazu später…

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