Karin Kind

Das Feuer

Es ist Nacht und der Mond scheint auf das kleine Haus im Wald.
In den Kinderzimmern sind die Fenster mit Gardinen zugezogen. Jan schläft tief und fest in seinem Gitterbettchen direkt neben Leos Zimmer.

Leo hat, wie jeden Abend vor dem Schlafengehen, die Feuerwehrstation neben seinem Bett aufgebaut, falls ein Notruf eingeht und in dieser Nacht tut er das auch. DRING DRING. Leo ist sofort wach und liest das Notruf-Fax.
„Hohes Fieber im Babyzimmer, es werden ein Notarzt, Krankenwagen und ein Löschzug benötigt.“

Leo rutscht die Feuerwehrstange runter, nimmt seinen Arztkoffer in die Hand und steigt in das Feuerwehrauto ein. Jetzt muss alles schnell gehen. Alle halten sich fest, um in den Kurven nicht vom Sitz zu fallen. Die anderen Autos müssen eine Rettungsgasse bilden und halten rechts und links von der Straße, da alle Einsatzfahrzeuge Vorfahrt haben.

Mit quietschenden Reifen bleiben die Einsatzfahrzeuge direkt vor Jans Zimmer stehen.
„Ein Glück, dass du kommen konntest, dein Bruder ist ganz heiß, du musst uns helfen“, sagt seine Mutter Karin.
„Zunächst müssen wir mit einem Thermometer die Temperatur messen, um zu gucken wie hoch das Fieber ist“, ruft Leo seiner Mutter zu. „Mach das am besten im Po, da bekommen wir die genauesten Werte.“ 38,5 Grad zeigt das Thermometer an.

Leo untersucht seinen kleinen Bruder ganz genau. Der ist ganz rot und warm im Gesicht, lächelt aber alle Einsatzkräfte im Zimmer an. Leo untersucht die Ohren des Patienten, bittet Jan die Zunge rauszustrecken um in den Mund schauen zu können. Er drückt vorsichtig auf seinen Bauch um zu gucken, ob es ihm irgendwo weh tut und horcht mit einem Stethoskop die Lunge ab.

„Jan hat Minimonster“, verkündet Leo stolz das Ergebnis seiner Untersuchung. Irgendwie sind kleine Minimonster in Jans Körper eingedrungen. Die Körperpolizei hat die Gefahr erkannt und ein kleines Feuer entfacht, um die Minimonster zu vertreiben. Die mögen es nämlich nicht warm und laufen dann schnell weg. Aus diesem Grund sollte auch erst bei Fieber über 39 Grad ein Fiebersaft oder -zäpfchen gegeben werden.

„Damit die Körperpolizei bei Ihrer Arbeit nicht gestört wird, muss der Patient sich jetzt ausruhen, am besten sogar an der frischen Luft und viel trinken“, bestimmt Leo. Nase und Mund dürfen nicht durch Heizungsluft austrocknen, sonst können noch mehr Minimonster in den Körper gelangen. Nur wenn die Nasenhärchen feucht sind, können sie die Monster rausschubsen.

Während alle Einsatzkräfte ihre Sachen wieder zusammenpacken, nimmt Leo noch ein paar Socken aus Jans Schrank und gibt sie seiner Mutter. „Im Winter musst du immer aufpassen, dass Jan warme Füße hat. Wenn die Füße nicht warm sind, kann die Körperpolizei nicht so schnell zu einem Einsatzort kommen. Die Polizisten fahren nämlich auf der Blutautobahn. Da wo es kalt ist, ist es aber eng und sie kommen nicht so schnell dahin, so dass die Minimonster ihnen entwischen.“

Leo schreibt noch ein Rezept für seinen Bruder und gibt es seiner Mutter. Darauf steht: Wenn das Fieber in 3 Tagen nicht weg ist, musst du nochmal zu einem Kinderarzt gehen, bis dahin viel kuscheln und eine leckere Hühnersuppe kochen.

Leo setzt sich erschöpft in den Notarztwagen, nickt seiner Mutter zu und sagt:„Da haben wir nochmal Glück gehabt, dass Jan schon älter als 3 Monate ist. Da hätte er gleich zum Kinderarzt gemusst. Für so kleine Babys ist Fieber nämlich ganz schön gefährlich, weil sie noch keine ausgebildete Köperpolizei haben.

Der Hauptfeuerwehrmann klopft Leo anerkennend auf die Schulter und sie fahren los, als bereits das nächste Notruf-Fax eintrifft….

 

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  1. ????????????so süß geschrieben ????????????

  2. Minimonster finde ich süß. Werd ich mir mal merken 😉
    Ein Glück habt ihr einen kleinen Notarzt im Nebenzimmer <3

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